Welcome to Jordan
Annette Langpape-Albert/ Thomas Albert
… so begrüßte uns schon am Flughafen der Beamte bei der Einreise, und es sollte der Satz werden, der uns von da an immer begleitete. Ob beim Einkaufen, an Hotspots, in Restaurants oder in unseren Hostels – überall begegnete uns diese ernst gemeinte Freundlichkeit der Jordanier.
Sogar ein Strafzettel wurde uns am ersten Abend von der Polizei erlassen, und wir durften über Nacht im Halteverbot stehen bleiben mit den Worten „Welcome to Jordan“. Diese Freundlichkeit war neben der Nabatäerstadt Petra und dem atemberaubenden Wadi Rum das, was uns heute noch spontan zu Jordanien einfällt und uns dieses Land und seine Menschen einfach lieben lässt.
Unsere Reise durch Jordanien führte uns von Amman über Madaba an den tiefsten Punkt des Landes – ans Tote Meer.
Ein lohnenswerter Stopp war der Dead Sea Panorama Complex. Die Aussichtsterrasse dort liegt etwa auf Meereshöhe, während der Blick über 400 Meter hinab auf das Tote Meer führt und bei klarer Sicht weiter nach Israel. Dort wurde uns so richtig bewusst, wie nah hier alles beieinander liegt. Israel ist nur einen Katzensprung entfernt. Die Informationstafel zeigt Entfernungen zu umliegenden Orten wie Jericho (24 km), Jerusalem (31 km), Bethlehem (31 km). Später in Aqaba, dem südlichsten Punkt unserer Reise, war mit Blick über das rote Meer Ägypten in Sichtweite, und unser Hostel war sieben Kilometer von der Grenze nach Saudi Arabien entfernt. Dieses kleine wunderschöne Land Jordanien liegt wirklich im Herzen des Nahen Ostens eingekesselt zwischen Syrien im Norden, dem Irak im Nordosten, Saudi-Arabien im Osten und Süden sowie Israel und den Palästinensischen Gebieten im Westen.
Weiter ging unsere Reise entlang des Toten Meeres zum Wadi Mujib. Es wird oft als der „Grand Canyon Jordaniens“ bezeichnet. Dort hieß es, Badesachen anziehen und ab zum Siq Trail, einem spektakulären Wasser-Trail durch eine tiefe Sandsteinschlucht. Nach dieser Abkühlung ging es weiter im weichzeichnenden Abendlicht nach Dana im gleichnamigen Nationalpark, wo wir mit den letzten Sonnenstrahlen ankamen. Dieses Gebiet gilt als eines der schönsten Naturreservate Jordaniens. Das kleine Dorf Dana liegt spektakulär am Rand eines großen Tals und bietet eine atemberaubende Aussicht über die Landschaft. Der Nationalpark ist bekannt für seine große Artenvielfalt und die abwechslungsreichen Wanderwege, die durch Berge, Wadis und Wüstenlandschaften führen. Untergebracht waren wir in einem Homestay, und so konnten wir die ganze Familie von Walid, unserem Host, kennenlernen.
Der Höhepunkt unserer Reise war Petra, die weltberühmte Felsenstadt der Nabatäer. Der Zugang erfolgt durch den schmalen Felsspalt des Siq, der plötzlich den Blick auf das berühmte Schatzhaus (Al-Khazneh) freigibt. Petra besteht aus unzähligen in den Fels gehauenen Gräbern, Tempeln und Fassaden. Besonders beeindruckend ist auch der Aufstieg zur Monastery, von dem aus man eine weite Aussicht über die Berge genießen kann. Wir hatten Glück und konnten das weitläufige Areal genießen, ohne die sonst üblichen Touristenmassen, die wegen des Gaza-Krieges ausblieben. Ein absolut beeindruckender antiker Ort, den wir nie vergessen werden.
Von Petra aus fuhren wir über den Desert Highway weiter nach Aqaba, Jordaniens einziger Hafenstadt am Roten Meer. Nach den Tagen in der Wüste wirkte die Stadt fast mediterran. Aqaba ist auch bekannt für seine farbenreichen Korallenriffe, und wie im gegenüberliegenden Ägypten werden Tauch- und Schnorcheltouren angeboten.
Danach ging es in die spektakuläre Wüstenlandschaft des Wadi Rum, auf das wir uns ganz besondes gefreut hatten. Wir wurden nicht enttäuscht. Das Gebiet wird oft als „Tal des Mondes“ bezeichnet und wurde auch durch die Spielfilme „Lawrence von Arabien“ und „Der Marsianer“ bekannt.
Riesige Sandsteinfelsen ragen aus der roten Wüste empor und schaffen eine einzigartige Landschaft. Viele Besucher, so auch wir, erkunden das Gebiet mit Geländewagen oder auf Kamelen. Zwei Nächte im Beduinencamp unter dem klaren Sternenhimmel gehören zu den unvergesslichen Erlebnissen dieser Reise.
Schließlich kehrten wir nach Amman zurück, wo unsere Reise begann. Nach den vielen Eindrücken aus Wüste, Bergen, antiken Städten und dem Roten Meer haben wir erlebt, wie vielfältig Jordanien ist. Besonders die allgegenwärtige Gastfreundschaft der Menschen machte diese Rundreise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Welcome to Jordan!
Wir waren im April 2025 mit Mietauto und selbst vorgebuchten Unterkünften unterwegs. Aufgrund der geringen Entfernungen (Amman-Aqaba circa 400 Kilometer) kann die Reise gut in 14 Tagen durchgeführt werden. Das Straßennetz ist gut ausgebaut, Geländefahrzeug nur im Wadi Rum erforderlich.
